Chronik

Bei dem vergangenen Grimlinghauser Schützenfest 1953 kam die Idee auf, ein Fanfarencorps zu gründen. Der Ideenträger Friedel Beyen hatte dann auch schnell eine Gruppe junger, begeisterungsfähiger Leute zu-sammen.
Nun hieß es erst einmal proben und nochmals proben, damals jede Woche einmal in der Gaststätte “Hetzel”.

Der erste Auftritt hatte das Corps im Kaisersaal damals noch ohne Fahnen und Uniformen, erster Straßenauftritt war Oberstehrenabend in Grimlinghausen. Der Verein bestand inzwischen aus acht Kameraden, hierzu zählten Friedel Beyen, David Machau, Hans Schneider, Josef Derichsweiler, Konrad Rotte, Peter Felser, Kurt Wagner und August Fuchs. Trotzt Lampenfieber klappte es ganz gut und jeder Kamerad glaubte, jetzt sei es geschafft.

Die erste Beteiligung am Grimlinghauser Schützenfest im Jahre 1954, da-mals noch in geliehenen Uniformen, ließ erkennen, dass musikalisch noch einiges zu tun war. Sie legten sich kräftig ins Zeug und kamen sehr gut voran. Als Ausbilder stellte sich auch Willi Steinfort zur Verfügung.
Die erste auswärtige Kirmes war am 26 September 1954 in Gustorf. Da-nach folgten die Jäger- und Hubertuskrönung in Grimlinghausen, Liedberg, Norf und Uedesheim. Zur Eröffnung der Karnevalssession spielte das Corps im November 1955 in Dormagen.
Im Jahre 1956 gelang es Friedel Beyen, dem Oberleutnant des Fanfaren-corps, die Würde des Hubertuskönig zu erringen und nur ein Jahr später wurde er Schüzenkönig in Grimlingahuen für das Jahr 1957/58.
Der erste öffentliche Auftritt beim Neusser Schützenfest erfolgte vom 24. - 28 August 1957 innerhalb des Neusser Jägercorps zusammen mit der Kapelle Jean Niessen, heute bekannt als Frohsinn Norf.
In den folgenden Jahren wurden einige Anschaffungen gemacht; dazu gehörten eigene Hubertusuniformen, weiße Uniformen und Fanfarenfahnen.
Aufgrung eines kleinen Kassenpolster konnte man ersten Vereinsausflug organisieren. Er fand am 04. und 05. Oktober1958 statt und führte nach Bacharach.

Durch einen frühen Tod wurde im Jahre 1959 der Kamerad Heinz-Förster aus den Reihen des Vereins gerufen.
Im Jahre 1959/60 konnte Willi Offer die Würde des Hubertuskönigs errin-gen.
In den folgenden Jahren verbesserte sich das Corps auf dem musikali-schen Gebiet immer mehr und ein fester Bestand an vertraglichen Ver-pflichtungen ließ an die Anschaffung neuer Uniformen denken. Kostenvoranschlag holte sie allerdings wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Man wollte diesen Gedanken aber nicht ganz fallen lassen, und einige Kameraden trafen sich im Juli 1969 und sammelten für neue Uniformen. Allen Grimlinghausern sei an dieser Stelle gedankt, die uns durch Spenden die Anschaffung neuer Uniformen ermöglichten.
1971 gewährte uns die Stadt Neuss, einen Klassenraum im Gebäude der Schule Grimlinghausen als Übungsraum zu nutzten. Damit war ein lang-jähriges Problem endlich gelöst.

Durch die Teilnahme des Fanfarencorps an Freundschaftstreffen und Fan-farenwettstreiten konnten einige Pokale und Auszeichnungen mit nach Hause gebracht werden, die sie gleichzeitig auch anspornten außer der gewohnten Marschmusik auch moderne Fanfarenrhythmen einzustudieren. Nach langem Suchen fand das Corps einen geeigneten Probeleiter in Paul Rond von der Kapelle Frohsinn Norf. Unter seiner Leitung erreichte der Verein einen enormen Aufschwung in modernen Stücken und konnte auch die dazu erforderliche Band verpflichten. Diese bestand aus Willi Großmann (Schlagzeug), Christian Wellenberg (Bass-Gitarre) und Bernd Lieven (Solo-Gitarre).

Allerdings war die Einstudierung von Stücken nicht die einzige Neuerung, die im Jahre 1972 auf sie zukam. Der Vorstand des Fanfarencorps musste sich mit einem ganz neuen Gedanken vertraut machen. Erstmals in der Geschichte des Fanfarencorps wollte ein Mädchen in den Verein aufge-nommen werden. Nach einer längeren Probezeit wurde dieses vom Verein befürwortet und Hannelore Freibeuter wurde als erstes weibliches Mitglied in den Verein aufgenommen. Daraufhin zeigten andere Mädchen Interesse am Fanfarencorps und einige Neuanmeldungen folgten.
1974 organisierte der Vorstand in Zusammenarbeit mit dem Werbeamt der Stadt Neuss einen Besuch in der französischen Partnerstadt Chalons sur Marne.
Ein Konzert in der ecole de musicale brachte dem Corps die Erwähnung in der französichen Presse:
Viel Talent und großer Schwung
Am Nachmittag versammelten sich die 23 Musiker aus Neuss beim Ge-meindedirektor, um die Stadt kennen zu lernen.
Eine schöne Galerie hatte sich am Samstagabend eingefunden, um den Fanfaren von Neuss-Grimlinghausen zu applaudieren. Unter der Leitung von Günter Stattler boten sie ihr Talent mit einem Repertoire von deut-schen Klassikern bis zum modernsten. Ihre malerischen Uniformen mit den traditionellen Hüten und Federn und ihre stolzen Gesten, ohne den Charme der musikalischen Fanfaren zu vergessen, war das Gepräge des ganzen Abends.
Leider ist es auch die Pflicht des Chronisten darauf hinzuweisen, dass im Juni 1978 der Verein durch interne Spannungen auf einige Kameraden verzichten musste. Es gründete sich der Grenadierfanfarenzug, der aber nach einigen Jahren wieder die Segel streichen musste.
Peter Hintzen, damals Geschäftsführer, und Günter Stattler als Oberleut-nant des Corps, schafften es aber wieder eine starke Truppe aufzubauen und so feierte man das 25-jährige Vereinsjubiläum am 23. und 24. Sep-tember 1978.
Das 30-jährige Vereinsbestehen konnte man fünf Jahre später feiern. Die Feierlichkeiten wurden in einem Festzelt auf dem alten Fabrikgelände an der Quinheimer Straße abgehalten.

Im Jahre 1984 verstarb der junge Kamerad Uwe Ullrich plötzlich. Er wurde unter starke Anteilnahme zu Grabe getragen.
Im Jahre 1990 wurde Willi Offer jun. aus dem Corps Hubertuskönig.
In den folgenden Jahren spielte der Verein weiterhin auf vielen Veranstal-tungen und Schützenfesten auf und das 40-jährige Bestehen stand im Jahrn 1993 an, das mit einen bunten Abend im Kreise des Vereins und einem musikalischen Frühschoppen gefeiert wurde.

Im Laufe der Veranstaltung gab Günter Stattler seinen Oberleutnantpos-ten an seinen Sohn Michael Stattler nach fast 30 Jahren ab, den er von Peter Hilgers übernommen hatte. Mit einem Portrait-Gemälde und einer Ehren-Urkunde bedankte sich der Verein für seinen Einsatz und ernannte ihn zum “Ehrenoberleutnant”. Der Präsident des Bürger-Schützenvereins erinnerte an die großen Verdienste Günter Stattlers für das Corps und er-klärte ihn zum “Ehrenmajor”.
Am 09. November 1993 verstarb der Ehrenoberleutnant Günter Stattler nach langer, schwerer Krankheit im Alter von einundfünfzig Jahren. Unter großer Anteilnahme aller befreundeten Vereine wurde er am 18. Novem-ber 1993 zu Grabe getragen. Durch seinen doch plötzlichen Tod fehlte ab dieser Zeit eine der tragenden Stützen des Vereins.
Aus diesem Grunde wurde die Vereinskrönung, die Ende November statt-finden sollte, erstmals auf ein anderes Datum verlegt.
In der Folgezeit tat der Verein sich sehr schwer mit neuen Situation zu Recht zu kommen. Man erinnerte sich wieder an den Sinn unserer Urvä-ter, den Verein möglichst lange zu erhalten.
Mit einer Einlage der besonderen Art begeisterte das Corps bei der Parade am Schützenfestsonntag 1996 die Bevölkerung. Das Zusammenspiel mit drei Dudelsäcken sorgte aber nicht nur dort für Furore. Als man das Musikstück am Krönungsabend nochmals wiederholte, nahm die Begeisterung kein Ende.
In den darauf folgenden Jahren plätscherte das Vereinsgeschehen so da-hin, viele interne Probleme blieben auch der Öffentlichkeit nicht verbor-gen. In den letzten beiden Jahren verjüngte sich das Corps enorm. Auf Jugendarbeit wurde sehr viel Wert gelegt. Das Engagement der neuen Vereinsführung wurde belohnt. Im musikalischen wurden viele Neuerun-gen geltend gemacht, was dem Corps die Anerkennung der Öffentlichkeit brachte.
Es bleibt noch zu sagen, dass auch in all den vorangegangenen Jahren, Mitglieder des Fanfarencorps am Krönungstag der Hubertusschützen das Wecken in der Frühe des Tages übernahmen. Auch das alljährliche Weih-nachtsliederspielen am Heiligabend sollte an dieser Stelle einmal erwähnt werden. Das Fanfarencorps spielte mehrere Jahrzehnte auf den Dorfabenden der Heimatfreunde, was nicht ungesagt sein sollte.
Das Fanfarencorps spielt nicht nur im Stadtgebiet, sondern ist auch darü-ber hinaus bestens bekannt. So spielt man zum Beispiel schon seit Jahren beim Maifest in Frechen-Kleinkönigsdorf. Die Karnevalsumzüge in Delrath, Zons und Köln-Worringen gehören ebenfalls seit vielen Jahren zum festen Bestandteil der Jahresplanung. Im April des Jubiläumsjahres spielte das Corps bei den Karnevalumzügen in den französischen Städten Thionville und Yutz auf.
Der nun noch junge Vorstand bestehend aus: Hans-Jürgen Knoch (Ober-leutnant und 1.Geschäftsführer), Hartmut Küffner (Leutnant) Gerhard Gold (Feldwebel) und Jörg Fuchs (2.Geschäftsführer) versucht nun weiter-hin die satzungsgemäße Weiterführung des Vereins mit all seinen Mitteln zu gewährleisten.

Möge das gemeinsame Erlebnis der Musik und Kameradschaft auch wei-terhin dem Verein und seinen Mitgliedern den notwendigen Zusammenhalt geben.

 
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